20. Mai 2026

Altfeld, Michelrieth und Oberwittbach feierten Jubiläum

Große Resonanz bei der Veranstaltung „50 Jahre Eingemeindung“ in der Grafschaftshalle

Rundum gelungen war am 3. Mai die Jubiläumsfeier zu „50 Jahre Eingemeindung von Altfeld, Michelrieth und Oberwittbach“. Zu diesem positiven Fazit kamen nicht nur die eingeladenen Stadträte, Zeitzeugen und Organisatoren. Auch die vielen Gäste, die der Einladung der Stadt gefolgt waren, zeigten sich begeistert.

Der Jubiläums-Tag in und um die Grafschaftshalle in Altfeld startete mit einem Gottesdienst, den der evangelische Pfarrer Bernd Töpfer mit Unterstützung des Singkreises des CVJM unter der Leitung von Peter Freudenberger und der musikalischen Unterstützung von Martin Freudenberger und Erwin Nitschky zelebrierte.

In seiner anschließenden Rede skizzierte Marktheidenfelds Erster Bürgermeister Thomas Stamm den chronologischen Ablauf der Eingemeindung vor 50 Jahren und unterstrich in seinen Ausführungen, dass der – entschuldigte – Altbürgermeister Dr. Leonhard Scherg und die bei der Feier anwesende Altbürgermeisterin Helga Schmidt-Neder die drei Stadtteile satte 36 von insgesamt 50 Jahren mit ihrem Wirken begleiteten.

Besonders freute sich das Stadtoberhaupt über das Kommen und Mitwirken von Ernst Rauh aus Oberwittbach, der dem Gemeinderat vor 50 Jahren angehörte und damals die Entscheidung für die Eingemeindung mit getroffen hat. Stamm verlas eine Stellungnahme des im Publikum anwesenden Zeitzeugen Ernst Rauh, in der dieser klarstellt, „dass Oberwittbach alles hat, was es in Zukunft braucht: Zusammenhalt, Engagement und Heimatgefühl.“ Der bei der Jubiläumsfeier 97-Jährige erhielt tags darauf gleich noch einmal Besuch von Thomas Stamm: Anlässlich seines 98. Geburtstags am 4. Mai 2026 gratulierte das Stadtoberhaupt zusammen mit Pfarrer Bernd Töpfer persönlich.

Für den verhinderten Altbürgermeister Dr. Leonhard Scherg verlas Thomas Stamm einen umfassenden Abriss über die Zeit von 1984 bis 2008. Themen wie die Wasser- und Abwasserentsorgung, den Bau der Kreisstraße Richtung Michelrieth, die Erschließung und Anbindung der Gewerbegebiete Jösperhecklein und Schlossfeld, die Waldflurbereinigung oder die Weiterentwicklung der Feuerwehren in den drei Gemeinden standen damals im Mittelpunkt.

Die Eingemeindung von Altfeld, Michelrieth und Oberwittbach zur Stadt Marktheidenfeld wurde am 1. Januar 1976 offiziell, erläuterte Thomas Stamm in seiner Ansprache. Begonnen hatte der Prozess bereits am 1. Juli 1972: Damals schlossen sich die bis dahin selbstständigen Gemeinden Altfeld, Michelrieth und Oberwittbach zur Gemeinde Altfeld zusammen, so Stamm. Schon kurz darauf gab es dann erste Gespräche über die Bildung einer Verwaltungsgemeinschaft oder einem Zusammenschluss mit der Stadt Marktheidenfeld oder dem Markt Kreuzwertheim.

Im Frühjahr 1975 führte die Gemeinde Altfeld hierzu eine Bürgerumfrage durch. Die knappe Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger votierte für eine Eingemeindung nach Marktheidenfeld. Am 31. Juli 1975 beschloss der Gemeinderat dann – ebenfalls relativ knapp – mit sieben zu fünf Stimmen – ein Gemeinderat fehlte – die Eingemeindung zur Stadt Marktheidenfeld zum 1. Januar 1976.

Nach der Gemeindeordnung ist auch den Bürgern noch Gelegenheit zur geheimen Abstimmung über die Eingemeindung zu geben. Diese Abstimmung fand am 16. November 1975 statt. Im Ortsteil Altfeld waren 423 Personen stimmberechtigt, von denen 272 teilnahmen. Für die Eingemeindung votierten 207 Bürger, dagegen 60. In Michelrieth stimmten 132 von 218 Stimmberechtigten ab – für die Eingemeindung votierten 74 Bürger, dagegen 56. In Oberwittbach waren 104 Personen stimmberechtigt, 58 gaben ihr Votum ab. Für die Eingemeindung waren 34 Bürger, dagegen 22. Insgesamt stimmten damit 315 Wähler, rund 70 Prozent, für die Eingemeindung nach Marktheidenfeld.

Den Dank für das Ausrichten des Feiertags sprach Thomas Stamm an die vielen Unterstützenden und Freiwilligen aus, allen voran das Organisationskomitee um Stadträtin Renate Schneider.

Nach dem Mittagessen schloss sich eine von dem Stadtratsmitgliedern Helmut Adam, Carolin Kutz und Renate Schneider moderierte Podiumsdiskussion an. Die ehemaligen Stadträte Karl-Heinz Feser (1984-2014) und Werner Reidelbach (2002 bis 2007 Ortssprecher von Michelrieth und danach bis 2020 Stadtrat) sowie Helmut Freudenberger (ehemaliger Zweiter Bürgermeister aus Oberwittbach) blickten gemeinsam zurück auf die letzten 50 Jahre.

Thematisiert wurden auf dem Podium die Bevölkerungsentwicklung, der Ausbau der Ortsstraßen, der Brückenbau für die Bundesstraße 8, die Umgehungsstraße oder die Ausweisung von Gewerbegebieten. Auch die Ansiedelung der Glaubensgemeinschaft Universelles Leben mit der Naturklinik in Michelrieth und dem Einkaufsland in Altfeld wurde erörtert. Gewerbeansiedlungen, die Tankstelle in Altfeld, das Bürgerhaus in Michelrieth oder der aktuelle Bau des Jugendtreffs in Altfeld waren weitere Themen.

Weitere Informationen über die damalige Eingemeindung konnten die Anwesenden in einer von Michael Pulverich und Reinhold Freudenberger eigens erstellten Ausstellung erfahren, die den ganzen Tag über in der Grafschaftshalle zu sehen war.

Kaffee und Kuchen, ein Eis-Auto, eine Spielstraße, Lichtgewehrschießen und Kinderschminken rundeten die Jubiläumsfeier perfekt ab.

Bildunterschrift: Bei der Podiumsdiskussion anlässlich der Jubiläumsfeier diskutierten (von links) Renate Schneider, Carolin Kutz, Karl-Heinz Feser, Werner Reidelbach, Helmut Freudenberger und Helmut Adam „50 Jahre Eingemeindung“.    

Foto: Thomas Schneider

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