Das
Bild der Stadt Marktheidenfeld wird besonders von der alten Mainbrücke geprägt, der
viertältesten Brücke am bayerischen Main. Sie wurde unter
der Herrschaft König Ludwigs I. von Bayern nach Plänen des Aschaffenburger
Bezirksingenieurs Georg Heinrich May unter Aufsicht von Leo von Klenze im 19.
Jahrhundert aus mächtigen Sandsteinquadern erbaut. Im Januar 1846 wurde sie dem Verkehr übergeben.
Im Zweiten Weltkrieg - kurz vor dem Einmarsch der Amerikaner im April 1945 - wurden zwei Brückenbogen
gesprengt - der einzige nennenswerte Kriegsschaden in Marktheidenfeld. Wegen ihrer besonderen Bedeutung wurde die Brücke umgehend wieder hergestellt
und bis zur Eröffnung der Spessartautobahn, zu Beginn der 1960er Jahre, verlief
der Ost-West-Verkehr über die Stadt. Eine Entlastung der Verkehrsverhältnisse
trat vorübergehend ein. Die hohe Auslastung der Autobahn und die gewachsene
Zentralität Marktheidenfels haben dazu beigetragen, dass die
Verkehrverhältnisse nicht selten reich angespannt sind. Starke Verbesserungen ergaben sich durch den Bau einer zweiten Mainbrücke, der Nordbrücke, die im Dezember 2002 für den Verkehr freigegeben wurde.
Auswirkungen
des Baus der alten Brücke und des in den Markt verlegten Verkehrs waren nach 1846 der Abbruch
der Torhäuser und eine Umorientierung des Straßennetzes zur Obertorstraße und
Brückenstraße hin.
Am
jenseitigen Brückenkopf erinnert eine Büste an den "Brückenbauer" König Ludwig.
Darüber ragt der Mainberg auf, eine der ältesten Anlagen der Stadt, in der 1934
das Kriegerdenkmal als Turmanlage errichtet wurde, das nach dem Krieg
umgestaltet und 1985 in ein Mahnmal für die Opfer von Krieg und Gewalt umgebaut
wurde. Überlieferungen zufolge, war der Mainberg 1624 ein Ort der Gewalt, an
dem während der Hexenverfolgungen Hinrichtungen stattfanden.