Unklar ist, ob Zimmern bereits im 9. Jahrhundert entstand oder ob es
als spätere Rodung der Abtei Neustadt anzusehen ist. Als entscheidend
erwies sich für Zimmern das Entstehen von Burg und Siedlung Rothenfels
um die Mitte des 12. Jahrhunderts. Schon vor 1342 wurde Rothenfels zur Stadt
erhoben. Die Besitzer der Burg, 1250 bis 1333 die Grafen von Rieneck,
ab 1377 und wieder 1474 bis 1803 das
Hochstift Würzburg, bestimmten die Geschichte Zimmerns, das Teil der
Stadt Rothenfels war. Ursprünglich wurde Zimmern von der Urpfarrei
Urspringen seelsorgerisch versorgt, bis es ab 1687 offiziell in die
Pfarrei Rothenfels eingegliedert wurde. Mit der Nachbarortschaft Roden
hatte Zimmern bis 1735 eine gemeinsame Gemarkung; diese wurde damals geteilt,
wobei Zimmern ein Drittel der Gemarkung zufiel. Die Zugehörigkeit zu Stadt und Pfarrei, zu denselben Zünften und Organisationen
schuf enge Verbindung zwischen Zimmern und Rothenfels.
Die Verbindung mit der
städtischen Wirtschaft von Rothenfels und die für größere
landwirtschaftliche Betriebe nicht geeignete eingeengte Lage zwischen
Berg und Main förderten eine gewerbliche Entwicklung. Aufeinander
bezogen sind Büttnergewerbe und Weinbau, deren Ende mit dem 19.
Jahrhundert zusammenfällt; eine große Bedeutung bis in das 20.
Jahrhundert hinein hatten die Steinbrüche in Zimmern. Mit dem
Niedergang der Sandsteinindustrie orientierte sich Zimmern zunehmend am
Fremdenverkehr; begünstigt davon, dass eine Fähre die Verbindung
zwischen Zimmern und Rothenfels aufrechterhielt. Als 1963 die Fähre
eingestellt wurde, bedeutete dies die endgültige Abtrennung von
Rothenfels. Zunehmend orientierte sich Zimmern nach Marktheidenfeld
hin.
Die Bevölkerung hatte im Jahr 1824 331 Bürger betragen, bis 1974 war sie
nur auf 374 Einwohner an gewachsen. Die Ausweisung von Neubaugebieten
hat auch hier die Zahl in den letzten Jahren beträchtlich ansteigen
lassen.