Das ursprüngliche Straßendorf Michelrieth wurde seit dem 9.
Jahrhundert von der Abtei Fulda und der dazu gehörigen Propstei Holzkirchen
beherrscht. Später kamen als bestimmende Kräfte dazu das Augustiner-Chorherrenstift
Triefenstein, das seit dem Jahr 1102 bestand und die Kartause Grünau ab 1328. Ab dem 12.
Jahrhundert verleibten die Grafen von Werthein als Vögte auch Michelrieth ihrem
Herrschaftsgebiet ein. Nach deren Aussterben im Mannesstamm und den folgenden
Erbauseinandersetzungen wurden die Grafen von Löwenstein-Wertheim bestimmende
Macht. Zeugnis davon gibt der rote Löwe im Wappen. Dem Stift Triefenstein angegliedert war das Kirchspiel Michelrieth, das
1390 schon unter den Wertheimer Grafen aus der Pfarrei Kreuzwertheim
herausgelöst worden war. Mit der gesamten Grafschaft wurde nach 1522 die
Pfarrei Michelrieth für die Reformation gewonnen und fortan erhielt sich die
Bindung an das evangelische Bekenntnis. Bis 1848 blieben die Löwenstein
bestimmende Kraft in Michelrieth. Seit 1814 gehören die Grafschaftsorte zu Bayern; seit 1976
ist Michelrieth Stadtteil von Marktheidenfeld.