Bürgerbegegnung 2009
Heute startet die Bürgerreise nach Montfort sur Meu
Ein vielseitig interpretierbares Geschenk aus Glas
Marktheidenfeld, 20. Mai 2009
Heute Abend starten vom Marktheidenfelder Busbahnhof zwei Busse in
Richtung der bretonischen Partnerstadt Montfort sur Meu.
Dort wollen knapp 80 Bürgerinnen und Bürger mit Stadtoberhaupt Helga
Schmidt-Neder an der Spitze zusammen mit den französischen Freunden die 20
jährige Stadtpartnerschaft feiern. Zwar war diese schon im Jahr 1988
beschlossen worden, aber im Vorjahr war das zeitliche Korsett durch
Kommunalwahlen in beiden Städten zu eng, um eine entsprechende Feier zu
organisieren.
Im Bus wird eine kleine Delegation aus der gemeinsamen polnischen
Partnerstadt Pobiedziska unter Führung von Bürgermeister Michal Podsada mit
dabei sein.
Über das Programm bis zum kommenden Sonntag in Montfort ist noch wenig
bekannt, es sollen einige schöne Überraschungen auf die Gäste warten. Fest
steht jedoch, dass am Donnerstagabend die Stadt Montfort mit Bürgermeisterin
Delphine David einen offiziellen Empfang geben wird. Dabei werden auch
Gastgeschenke ausgetauscht. Was sich die Stadt Marktheidenfeld dazu einfallen
ließ, können wir heute bereits vorstellen.
Im Städtepartnerschaftkomitee zerbrach man sich darüber lange den Kopf.
Für die Gastgeber hatte man sich schnell auf einen Bocksbeutel und Gläser mit
dem Logo des Marktheidenfelder Städtepartnerschaftskomitees geeinigt. Wie aber
sollte das offizielle Gastgeschenk an die Stadt Montfort aussehen. Es muss
repräsentativ und soll typisch für die Region sein. Gut wäre ein symbolischer
Gehalt. Na, und schön soll es natürlich auch sein.
Die Wahl fiel am Ende auf die Marktheidenfelder Glaskünstlerin Frauke
Grauer. Dieses beauftragte man mit dem Entwurf und schließlich auch der
Ausführung eines bleiverglasten Bilds. Dabei sollte sie auf das Logo des
Städtepartnerschaftskomitees mit der verbindenden Brücke und den drei
stadtbildprägenden Gebäuden aus den Partnerstädten Bezug nehmen.
Viele Stunden nahm schon der Entwurf in Anspruch, der mit dem
Partnerschaftskomitee mehrfach abgestimmt wurde. Dann erfolgte die
Reinzeichnung für die Schablone, der Zuschnitt der Glaselemente und dass
diffizile Zusammenfügen mit den Bleistegen zu einem Gesamtbild in einem
stabilen Metallrahmen. Am Ende verzinnte die Künstlerin alle Bleistege nochmals
um einen besonders festlichen Eindruck zu erhalten.
Bild: Frauke Grauer mit Glasgeschenk Nochmals waren viele
Stunden vergangen, bis das höchst respektable Werk seine Wirkung entfalten
konnte
Und dies tut es sehr lebendig. Die Farben des Glases wechseln mit dem
Tageslicht oder dem Hintergrund. Zu sehen ist der Turm der St-Laurentius-Kirche
im Mittelpunkt, westlich erscheint der Tour des Papegaut aus Montfort und
östlich die Fassade der Pfarrkirche Erzengel St. Michael aus Pobiedziska. Die
umliegenden Häuser wachsen scheinbar zu einem Ort zusammen. Die grüne
Landschaft, die alle drei Orte prägt wird von verbindenden Brücken umschlossen
und von einem blauen Wasserlauf durchflossen. Das Lebenselement Wasser hat mit
Flüssen und Seen für alle drei Städte besondere Bedeutung.
Etwas aus dem Rahmen fallen die Menschen, welche die Begegnung zwischen
den Nationen ausmachen. Sie überwinden Grenzen. Dem Bild ist ein Kreuzmotiv
zugrundegelegt, vielleicht als Symbol der gemeinsamen europäisch-christlichen
Tradition. Man kann den runden Innenteil aber auch als eine Art eines
asiatischen Mandalas verstehen, als meditatives Symbol für Vollendung und
Harmonie. Das ganze Bild ist zentralperspektivisch von der Sonne durchdrungen,
als ein Zeichen des Glücks.
Man darf gespannt sein, ob das vielschichtige Werk von Frauke Grauer
auch in Frankreich so gut ankommt wie beim Marktheidenfelder Partnerschaftskomitee.
Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder und der Vorsitzende des
Partnerschaftskomitees Heribert Felbinger waren wirklich begeistert und dankten
der Künstlerin für ihre große Mühe mit dem Objekt.
(Text und Foto: Martin Harth)