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  • Bürgerbegegnung 2009

  • Europäische Ehrenfahne als Auszeichnung
    Partnergemeinden für ein friedliches Europa

  • Montfort sur Meu / Marktheidenfeld
    20 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhang zeigte am Samstag die Verleihung der Ehrenfahne des Europarats an die Marktheidenfelder Partnerstadt Montfort sur Meu, geradezu beispielhaft, wie sehr sich seitdem Ost und West angenähert haben.

    Karla, Lucie und Hugo, Mitglieder des Kinderparlaments in Montfort sur Meu, informierten die Gäste im Ratssaal des Hôtel Communautaire zunächst über die gemeinsamen Werte Europas und ließen die Europäische Gemeinschaft mit ihren unterschiedlichen Völkern hochleben.

    Montforts Bürgermeisterin, Delphine David, hob die Bedeutung der europäischen Wirtschafts- und Sozialpolitik für die bretonische Metropolregion um Rennes hervor. Sie bewertete den europäischen Gedanken auch als eine kulturelle Idee, die von den Kommunen her zum Aufbau eines friedlichen Europas dienen könne. Sie dankte dem Europarat in Straßburg für die hohe Auszeichnung mit der Ehrenfahne und forderte von der europäischen Politik eine aktive Gestaltung des Vertragswerks von Lissabon.
  • Bild: Auszeichnung mit der Ehrenfahne des Europarats
    Schülerinnen und Schüler der beiden Lycées, die erst kürzlich beim Marktheidenfelder Balthasar-Neumann-Gymnasium zu Gast waren, berichteten mit einer Bilderpräsentation von ihren Eindrücken aus Unterfranken, Frankfurt und Nürnberg oder ihren Erlebnissen bei Tanz und Rhönradturnen.

    Der zweite Bürgermeister der gemeinsamen polnischen Partnerstadt Pobiedziska, Ireneusz Antkowiak, sagte der Stadt Montfort Dank für die großzügige materielle Hilfe, die seine Heimatstadt erfuhr, als Polen zur Zeit der Wende in einer tiefen wirtschaftlichen Krise steckte. Er freute sich, bei der Verleihung der Ehrenfahne mit den Freunden aus Marktheidenfeld dabei sein zu können und versprach die trinationale Beziehung der Partnerstädte aktiv voranzutreiben. Beiden Partnerstädten schenkte er große Bildplakate, die die bisherigen Städtebeziehungen dokumentieren.

    Marktheidenfelds Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder beglückwünschte Montfort sur Meu zur großen Ehre, die Marktheidenfeld schon im Vorjahr durch die Verleihung der Ehrenfahne erfahren hätte. Sie forderte dazu auf, die Städtebeziehungen künftig mit neuen Formen leidenschaftlich und mit Herz weiterzuentwickeln.

    Den Partnern schenkte sie eine von Hans Fürst gestaltete Fotodokumentation des letztjährigen trinationalen Treffens in Marktheidenfeld. Für Stadtbücherei in Montfort übergab sie ein großes Bücherpaket mit Titeln zur deutschen Geschichte sowie zur unterfränkischen Kultur und Küche. Diese sollen den Deutschunterricht unterstützen und zum Besuch in der Partnerstadt Marktheidenfeld einladen.

    Das liberal-demokratische, rumänische Parlamentsmitglied Iosif Veniamin Blaga war als Angehöriger der parlamentarischen Versammlung des Europarats und als Mitglied des Unterausschusses für den Europapreis aus seiner transsilvanischen Heimat in die Bretagne gekommen, um der Stadt Montfort die Ehrenfahne für ihre Bemühungen um die europäische Einigung zu überreichen.

    Die mit 47 Mitgliedsstaaten größte europäische Institution vergibt den Europapreis seit 1955 zur Förderung von Städtepartnerschaften. Nach dem Diplom stellt die Ehrenfahne die zweite von vier Auszeichnungsstufen dar. Weniger als 1000 europäische Kommunen erhielten diese Auszeichnungsstufe seitdem. Würzburg zählt zu den 14 deutschen Städten, die nach der dritten Stufe der Europaplakette 1973 den eigentlichen Europapreis erwerben konnte.

    Blaga hob die Bedeutung des Europarats beim Schutz von Minderheiten und bei der Bekämpfung des Rassismus hervor. Neben der Debatte gesellschaftlicher Problem lege das in Straßburg beheimatete Gremium Arbeitsprogramme für Felder wie Kultur und Sport auf. Der 59-jährige rumänische Parlamentarier würdigte die lebendige und enge Beziehung zwischen Montfort sur Meu und Marktheidenfeld seit über 20 Jahren und erkannte in der trinationalen Fortentwicklung der engen Freundschaft mit dem polnischen Pobiedziska eine Besonderheit und Chance. Zum Schluss des Festakts gestalteten die drei Mitglieder des Montforter Kinderparlaments eine europäische Verpflichtungserklärung, die von den drei offiziellen Städtevertretern unterzeichnet und mit nach Hause genommen wurde.

    (Text und Foto: Martin Harth)

 
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