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  • Weiterführende Information zur Wassergewinnung


  • Brunnen in Obereichholz
    Die beiden Bohrbrunnen in Obereichholz liegen etwa 1,5 km nördlich des Stadtzentrums. Die Ansatzpunkte befinden sich etwa 75 m östlich der Staatsstraße von Marktheidenfeld nach Zimmern, etwa 150 m vom Main und ca. 15 m über dem Flussspiegel. Das Oberflächeneinzugsgebiet beider Brunnen ist mit 500 m2 sehr klein.

    Geologie
    Am Aufbau des Untergrundes und für die Wasserförderung aus den Brunnen ist die Gesteinsabfolge des Mittleren Buntsandsteines entscheidend. Es handelt sich um eine 190 m mächtige Abfolge, vorzugsweise um Sandsteine, untergeordnet um tonige Schluffsteine. Der Kluftwasserleiter des Mittleren Buntsandsteines aus dem die Brunnen das Trinkwasser fördern, ist nach Osten zunehmend durch jüngere Gesteine, zunächst den Oberen Buntsandstein und darüber dem Unteren Muschelkalk, überdeckt. Von entscheidender Bedeutung für die Bewegung des Grundwassers im Kluftwasserleiter ist der Verlauf großer, weit durchziehender Lagerungsstörungen des Gebirges. Diese in diesem Gebiet Nordwest-Südost ausgerichteten Störungen auch Verwerfungen genannt können gewissermaßen als Entwässerungsbahnen des Kluftwasserspeichers angesehen werden. Insbesondere die überdurchschnittlich hohe Ergiebigkeit des Brunnen II kann dadurch erklärt werden, dass dieser Brunnen direkt der Windheimer Verwerfung aufsitzt. Diese Störung ist über den Main auf der westlichen Seite bis weit in den Hochspessart hinein zu verfolgen.

    Das Grundwassereinzugsgebiet der beiden Brunnen in Obereichholz umschließt eine Gesamtfläche von 11,8 km2, davon 3,6 km2 auf der östlichen Mainseite und 8,2 km2 auf der westlichen Mainseite.

    Geologisch-hydrogeologische Bereiche des Grundwassereinzugsgebietes
    (aus hydrogeologischem Gutachten vom 21.3.1994)
  • Brunnen I und I werden im täglichen Wechsel betrieben. In Zeiten der Verbrauchsspitzen zwischen Juni und August können beide Brunnen gleichzeitig betrieben werden. Die Steuerung der Brunnen geschieht automatisch und orientiert sich am Bedarf. Das Umschalten der Brunnen erfolgt im Wasserwerk mittels computergesteuerter Systemleittechnik. Bei Ausfall des Systems kann die Anlage im Handbetrieb gefahren werden.Das wasserrechtliche Verfahren wurde 1995 von der Stadt Marktheidenfeld neu beantragt. Die auf 30 Jahre befristete Bewilligung aus dem Jahre 1967 entsprach hinsichtlich der maximalen Fördermenge als auch hinsichtlich der Jahresmenge nicht mehr den heutigen Gegebenheiten. 1999 wurde die Erlaubnis für die weitere Gewässernutzung mit Entnahme einer Jahresentnahme für Trinkwasser einschließlich Brauch- und Löschwasser von 600.000 m3 erteilt. Die Bewilligung ist befristet bis 2019. Die Wasserentnahme kann ohne Überbeanspruchung des Grundwasserleiters gedeckt werden.
    Brunnen in Zimmern
    Die Wassergewinnung in Zimmern wird unabhängig von der Wassergewinnung in Obereichholz betrieben. Das Wasser wird über einen Entsäuerungsfilter, welcher den Ph-Wert im Wasser anhebt, durch das Netz in einen eigenen Hochbehälter gepumpt.

    Das Neubaugebiet Stegweinberg/Steinwiesenweg wird über eine Druckerhöhungsanlage mit ausreichendem Druck versorgt.
    Wasserschutzgebiete
    Wasserschutzgebiet ist die Bezeichnung für das eine Wassergewinnungsanlage umgebende Gebiet. Es dient dem Grundwasserschutz und damit der Sicherung der Trinkwasserversorgung für die heutige Bevölkerung. Der Schutz des Grundwassers dient aber auch der Daseinsvorsorge - auch zukünftige Generationen haben ein Recht auf sauberes Wasser- denn Grundwasser hat ein langes Gedächtnis. Belastungen und Verschmutzungen lassen sich, wenn überhaupt, nur sehr aufwändig wieder beseitigen. Wasserschutzgebiete werden per Gesetz von der Kreisverwaltungsbehörde ausgewiesen. Die Einhaltung der Verbote und Einschränkungen werden regelmäßig überwacht.

    Die Wasserschutzgebiete in Obereichholz und Zimmern wurden im Jahr 2000 an neue Erfordernisse und Gegebenheiten angepasst, das heißt die Gebiete wurden flächenmäßig vergrößert und die Entnahmehöhen erweitert. Außerdem wurde der Verbotskatalog neu überarbeitet. Damit soll eine gute Grundwasserqualität auch zukünftig sichergestellt werden.

    Das Wasserschutzgebiet in Obereichholz ist in drei Zonen gegliedert, für die abgestufte Handlungsbeschränkungen und Verbote gelten. Beispielsweise werden schärfere Anforderungen an die Lagerung wassergefährdender Stoffe gestellt und bestimmte Bodennutzungen sind eingeschränkt oder ganz verboten.Unter die Schutzzone I (ca. 0,66 ha) fällt der unmittelbare Bereich um Brunnen und Fördereinrichtungen herum. Er ist durch Einzäunung gegen unbefugtes Betreten abgesichert. Zone II (ca. 19,0 ha) ist die engere Schutzzone. Sie soll den Schutz vor Verunreinigungen und sonstigen Beeinträchtigungen gewährleisten, die von menschlichen Tätigkeiten und Einrichtungen ausgehen und wegen ihrer Nähe zur Fassungsanlage besonders grundwassergefährdend sind. Schutzzone III (ca. 27 ha einschließlich Zone II) soll den Schutz vor weitreichenden Beeinträchtigungen, insbesondere vor zu intensiver landwirtschaftlicher Einflussnahme und vor nicht oder nur schwer abbaubaren chemischen Verunreinigungen gewährleisten und die Grenzen einer zulässigen Bebbauung aufzeigen.

    Kooperationen mit der Landwirtschaft
    In landwirtschaftlich genutzten Gebieten ist der Nitratgehalt im Grundwasser meist erhöht. Die Höhe des Nitratwertes wird im wesentlichen durch den Einsatz von Düngemitteln bestimmt. Ca. 40 % der Fläche des Grundwassereinzugsgebietes in Obereichholz werden landwirtschaftlich genutzt.

    Die Nitratgehalte im Wasser von Brunnen I sinken seit einigen Jahren und befinden sich zwischen 30 - 40 mg/l. Im Gegensatz dazu sind die Nitratgehalte im Wasser von Brunnen II zwar schwach aber kontinuierlich im Laufe der Jahre angestiegen und haben auch schon in einzelnen Proben den Grenzwert laut Trinkwasserverordnung von 50 mg/l erreicht.

    Mit Einführung eines freiwilligen Nitratminderungsverfahrens wird konsequent Grundwasserschutz gegen flächige Einträge aus der Landwirtschaft betrieben. Jährlich werden Probebohrungen durchgeführt und der Stickstoffanteil im Boden bestimmt. Auf Grundlage dieses Wertes werden Düngeempfehlungen an die Landwirte gegeben.


    Wasserversorgung
    Steuerung des Anlagen im Wasserwerk
    Über eine zentrale Steuerung werden die Versorgungsanlagen im Wasserwerk Marktheidenfeld - beispielsweise der Wasserzufluss in die einzelnen Hochbehälter- gesteuert und überwacht. Auch bei einem Stromausfall kann die Wasserversorgung durch ein Notstromaggregat aufrecht erhalten werden. Darüber hinaus sind in dem Maschinenhaus Aufenthalts- und Sozialräume für die Mitarbeiter, eine Werkstatt und ein Materiallager untergebracht.

    Es gibt insgesamt 5 Hochbehälter und zirka 30 weitere Bauwerke, wie Druckminderer-, Kontroll- und Belüftungsschächte, die gewartet und gegebenenfalls repariert werden müssen, damit Trinkwasser in ausreichender Menge und Qualität in den Haushalten und Betrieben jederzeit zur Verfügung steht.

    Versorgungsnetz Kernstadt
    Das Wasser wird von den Brunnen I und II am Obereichholz über das Versorgungsnetz direkt zu den Haushalten gepumpt. Überschüssiges Wasser wird in den Hochbehältern am Kreuzberg und Romberg, in ihrer Art als Gegenbehälter konzipiert, zwischengespeichert. Von den Hochbehältern wird das Wasser nur bei Bedarf in das städtische Rohrnetz geleitet.

    Diese Art der Speicherung in Gegenbehältern hat den Vorteil, dass die Wasserabgabe ins Ortsnetz von zwei Seiten - von den beiden Brunnen und vom Hochbehälter- erfolgt, wodurch eine größere Versorgungssicherheit erreicht wird beispielsweise im Störfall, zur Deckung des Spitzenverbrauchs (Mittagszeit) und zur Versorgung bei Wartungs- bzw. Reparaturarbeiten.

    Die Stadt verfügt über ein Wasserspeichervolumen von 2.800 m3 und deckt somit den durchschnittlichen Tagesbedarf der Marktheidenfelder Haushalte und Gewerbebetriebe mit rund 1.900 m3 Kubikmetern ab. Durch die Vergrößerung der Wasserspeicherkapazität in den letzten Jahren konnten die Sicherheitsreserve für Löschwassereinsätze erheblich verbessert werden. Zudem bietet die Vergrößerung der Speicherkapazität für die zukünftige Entwicklung Marktheidenfelds ausreichend Potential.
    Am Romberg und Kreuzberg stehen je zwei Hochbehälter. Der alte Behälter am Romberg hat ein Volumen von 300 m3. Der neue Hochbehälter verfügt über zwei Wasserkammern mit jeweils 500 m3 Speichervolumen. Von außen sichtbar ist lediglich der Betriebsraum im Erdgeschoss, alle anderen Anlagen liegen unter der Erde. Er wurde im März 2002 offiziell in Betrieb genommen. Die Hochbehälter auf dem Kreuzberg haben eine Kapazität von 500 m3 bzw. der im Jahr 1997 fertiggestellte von 1.000 m3. Aus den Brunnen Obereichholz wird das Wasser mittels Unterwasserpumpen in das Ortsnetz Tiefzone mit dem Hochbehälter Kreuzberg gefördert. Über eine im Kreuzberg-Hochbehälter eingebaute Pumpstation, wird die im Oktober 2004 festgelegte Hochzone - das Baumhofgebiet- sowie der Hochbehälter am Romberg bedient.Die Überwachung aller Hochbehälter sowie der Brunnen in Obereichholz erfolgt zentral im städtischen Wasserwerk. Für den Betrieb wichtige Daten wie Wasserstand, Wasserdruck, Pumpenleistung und geförderte Wassermenge pro Tag werden laufend gemessen und können zeitgleich am Bildschirm im Wasserwerk abgelesen werden. Etwaige Störungen werden angezeigt. Bei Störfällen ist ein Bereitschaftsdienst ständig verfügbar.

 
  • Ansprechpartner

  • Karl-Heinz Pilsl
    Kaufm. Werkleiter
    Tel.: 09391 5004-37
    Fax: 09391 5004-51

    Elmar Kirchner
    Techn. Werkleiter
    Tel.: 09391 5004-43
    Fax 09391 7940

    Werner Bausewein
    Wassermeister
    Tel.: 09391 507883
    Fax: 09391 507884

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